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Mein perfekter Triathlon

Mein perfekter Triathlon

Wie würde er aussehen? Was müsste er beinhalten, was dürfte es geben und was nicht? Ein kleines, utopisches Hirngespinst – mal etwas Anderes.

Vor dem Rennen

Die Spannung steigt langsam. Eine unbekannte Situation erwartet die Teilnehmer, so auch mich. Es wird eine komplett neue Strecke geben, wie jedes Jahr. Ich suche mir auf einer gut strukturierten Homepage die wichtigsten Infos rund um Anfahrt, Parkplätze, Locations zusammen. Es ist einfach und selbsterklärend. Im Vorfeld haben wir schon gute Newsletter per Mail erhalten und wissen eigentlich ohnehin Bescheid. Ich freue mich sehr auf den anstehenden Wettkampf.

Der Renntag

Zum Rennen reisen wir als Fahrgemeinschaft an. Deshalb haben wir eine kleine Erstattung auf das Startgeld bekommen, der Veranstalter spendet diesen Betrag an ein lokales Hilfsprojekt. Wir werden von freundlichen Ordnungskräften vernünftig in die Parkplätze eingewiesen und als wir das Auto abgestellt haben ist auch kurz Zeit um uns mit einigen von ihnen kurz zu unterhalten. Die Stimmung ist ruhig, unaufgeregt und trotzdem gespannt. Aber keiner macht Stress. Wir packen unsere Sachen aus dem Auto, so auch unsere personalisierte Startnummer. Diese haben wir bei allen Wettkämpfen dabei (so kann Müll eingespart werden). Bei der Registrierung herrscht die gleiche angenehme und ruhige Stimmung wie auf dem Parkplatz. Die Gespräche drehen sich um den anstehenden Wettkampf aber sie gehen nicht darum, wer welche Wehwehchen hat oder was in der Vorbereitung nicht lief oder wie schlecht man doch drauf ist. Den Chip bekommen wir ohne unnötigen Werbegeschenke und auch Badekappen brauchen wir keine. Zu Hause liegen ohnehin viel zu viele herum.

Das Rennformat

Darauf haben wir uns die ganze Zeit schon gefreut. Einen Triathlon (im wahrsten Sinne des Wortes) nur gegen uns selbst. Gleich vorne weg: Es gib eine Zeitmessung und auch ein Gesamtergebnis. Aber man konnte im Vorfeld entscheiden ob man sich für diese Wertung anmelden möchte oder nicht. Aber eigentlich geht es darum nicht.

Vor dem Start gibt es noch einmal eine kurze und knackige Wettkampfbesprechung, aber eigentlich ist uns auf Grund der guten Infos alles klar. Weiter gibt es noch eine kurze Ansprache mit einigen wertvollen Gedanken. Dann halten wir still eine Minute gemeinsam inne und sind dankbar, dass wir gesund sind, dass wir das heute machen können und dürfen und senden gute und positive Gedanken ins Teilnehmerfeld sowie in die Welt. Eine kleine gemeinsame Liebe-Güte-Mediation vor dem Start.

Das Format ist knackig und ¾ einer olympischen Distanz: 1200m Schwimmen – 30km Radfahren – 7,5km Laufen. Nun die Besonderheit. Morgens gehen wir im Wellenstart auf die Strecke und versuchen, mit maximalen Einsatz die Distanz zu finishen, schnellstmöglich. Dann gibt es eine knapp vierstündige Pause. Und dann machen den gleichen Wettkampf noch einmal. Wir versuchen, unsere Zeit zu toppen. Ob uns das gelingt oder nicht ist nicht entscheidend. Es kommt darauf an, was in uns passiert: Wie ändern wir unsere Einstellung? Mit welchen Denkweisen gehen wir in das zweite Rennen? Wie können wir tief in uns Reserven freilegen? Wie können wir über uns hinauswachsen? Was ist alles möglich?

Nach dem Rennen

Nach dem zweiten Durchgang gibt es ein tolles Finisherbuffet. Auch hier wird unnötiger Müll vermieden, wir bekommen Süßes und Herzhaftes auf echtem Besteck sowie eine gute Getränkeauswahl. Im Ziel tauschen wir uns aus, wir sprechen mit wildfremden Menschen. Nicht primär über Werte und Zeiten oder Platzierungen sondern was wir gelernt haben über uns selbst, was in uns passiert ist, wie wir Tiefs überwunden haben. Wir hören uns zu und sind voll füreinander da.

Am Abend gibt es eine Party für alle Teilnehmer und Helfer – wir sitzen zusammen, essen, trinken (wer möchte auch das eine oder andere Bierchen) und lachen. Es wird bereits eine Liste herum gegeben, wer von den Startern im nächsten Jahr als Helfer dabei sein möchte. Für viele Teilnehmer des heutigen Wettkampfes ist das völlig in Ordnung, viele wollen den Wettkampf im nächsten Jahr von der anderen Seite erleben und die Leute unterstützen.

Der Tag nach dem Rennen

Am Tag nach dem Rennen gibt es noch einige Workshops und Infoveranstaltungen zu buntgemischten Themen: Hier finden wir einen Mix aus Trainingstipps und Kochen, nachhaltigen Sportartikeln und Meditation… Am Abend steigen wir voller Input und mit Muskelkater ins Auto und machen uns auf die Heimreise. Wir erzählen uns Geschichten vom Wochenende. Und erst jetzt schalten die ersten ihre Handys wieder ein. Das ist eine „Teilnahmebedingung“ gewesen: Handyfreie Zone am Wettkampfgelände 😉

Wir freuen uns schon jetzt auf diesen anderen und besonderen Triathlon im nächsten Jahr. An einem neuen Ort, neuer Location und mit neuen triathlonbegeisterten Menschen. Wir sind schon gespannt wo und mit wem 🙂