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5 Erkenntnisse aus dem Trainingslager

5 Erkenntnisse aus dem Trainingslager

Am Ostersonntag habe ich meine Sachen gepackt und mich auf den Weg in das zweite Trainingslager für die Saison 2019 gemacht. Nachdem ich im Februar zusammen mit Sebi Mahr auf Fuerteventura gewesen bin, ging es dieses Mal für knapp zwei Wochen nach Mallorca. Ich habe mich besonders auf gutes Wetter, Abstand vom Alltag und ein paar „rollende Kilometer“ gefreut.

In diesem Blogartikel möchte ich 5 Erkenntnisse teilen:

1.Ruhe bewahren und ankommen

Tag der Anreise. Abflug in München um 5 Uhr. Es gibt definitiv angenehmere Zeiten. Aber die Vorfreude auf ein paar schöne, sonnige Tage war einfach riesig. Ankunft in Mallorca. Regen und Weltuntergangsstimmung. Das hatten wir anders geplant.

Unsere Gruppe versammelte sich in der Finca, die wir für die erste Woche gebucht haben. Die Stimmung war dem Wetter entsprechend. Trotzdem brannten alle darauf, ein paar Kilometer zu machen und die Reisestrapatzen aus den Beinen zu bekommen. Auf meinem Trainingsplan stand:„Take it easy – locker einlaufen – installieren“. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass ich am ersten Tag nicht viel brauche. Deswegen gab es einen lockeren Lauf im strömenden Regen und eine halbe Stunde Mobilisation und Stabi. Ich bin der Meinung, dass man es am ersten Tag nicht übertreiben muss. Vor allem, wenn die Reise anstrengend und das Wetter schlecht ist. Wenn man es bei solchen Bedingungen übertreibt, riskiert man das komplette Trainingslager. 

2. Orientieren und eine Übersicht bekommen

Wir haben uns bewusst gegen ein Triathlon-Hotel und die damit verbundenen Vorzüge entschieden. Das bedeutete einen extra Aufwand bzgl. Verpflegung, Abwasch, Logistik, etc. Aber der Reihe nach: Der zweite Tag begann gut. Das Wetter hatte sich gewendet. Strahlend blauer Himmel. Also bin ich früh aufgestanden und habe ein paar Bahnen gezogen. Fokus auf eine saubere Technik. Das Problem bei der Sache, das nächste Schwimmbad war leider etwas entfernt. Und im Vergleich zum Hotel kann man sich anschließend nicht einfach am Buffet bedienen. 

Der nächste wichtige Punkt ist für mich die Streckenwahl beim Radfahren. Hier gilt: Nicht gleich loslegen und übertreiben. Die Gruppe hatte sich einen Mallorca-Klassiker ausgesucht: Cap de Formentor. Meiner Meinung nach ist eine Tour mit knapp über 1000 Höhenmetern zu krass für den ersten Tag. Vor allem, weil sich die meisten von uns ein Rad geliehen und deswegen nicht wirklich mit dem Material vertraut gewesen sind. Ich habe die Gruppe daher überredet, eine gemütliche Kaffee-Fahrt zu machen. Am Ende waren es trotzdem fast 70 Kilometer. 

Mein Tipp: Ich bin positiv angetan von dem Garmin Edge. Die Streckenplanung und Navigation funktionierten damit sehr gut. Wir haben einige schöne Strecken entdeckt und sind wenig an Hauptstraßen entlang gegurkt. Es werden zudem die jeweiligen Höhenmeter der Strecke angezeigt. 40 Kilometer sind nicht immer 40 Kilometer ;-).

3. So viel Gemeinschaft wie möglich, so viel Egoismus wie nötig

Bereits vor der Ankunft war klar, dass unsere jeweiligen Leistungsniveaus auseinander gehen. Daher war es klar, dass ich einige Einheiten individuell absolvieren werde. Deswegen habe ich mich an manchen Tagen von der Gruppe getrennt, um möglichst effektiv zu trainieren. Trotzdem habe ich versucht mein Training ein bisschen der Gruppe, bzw. die Gruppe die „nicht-sportlichen“ Aktivitäten an mich, anzupassen. 

Am Mittwoch bin ich zusammen mit Julian Bergintervalle gefahren. Hier möchte ich auf Punkt 2 verweisen. Unsere Routenplanung war nicht optimal. Nachdem wir ca. 10 Kilometer von Pollenca aus eingefahren sind, ging es direkt in das erste längere „Intervall“. Es folgte ein knapp einstündiger Anstieg zum Kloster Lluc. Nach der Ausfahrt gab es ordentlich Rüffel vom Coach. Aber er hat Recht: In der heutigen Zeit von Garmin, Strava und co. darf das nicht passieren. Aus Fehlern lernt man.

Auch beim Thema Verpflegung haben wir als Gruppe eine gute Lösung gefunden. Jeden Tag war ein Zweierteam für Einkauf und Kochen zuständig. So war die Verantwortung klar verteilt und jeder durfte seine Kochkünste zeigen. Mittags war „egoistische“ Verpflegung. Wir waren zwar als Gruppe unterwegs, dennoch hat sich jeder seinen eigenen Snack zubereitet. 

4. Auf den Körper hören

Das Training lief in der ersten Woche wirklich gut. Am Freitag war „Doppel-Koppel-Tag“. Das sah dann so aus: Gestartet bin ich mit einer Tour auf dem Rad, ab in die „Wechselzone“ und knapp eine halbe Stunde Laufen, dann wieder auf’s Rad und zum krönenden Abschluss nochmal in Wettkampf-Pace Laufen. Das Programm war intensiv, aber es hat extrem viel Spaß gemacht. Genau dafür fahre ich ins Trainingslager.

Am Samstag dann der Tiefpunkt. Als Schlüsseleinheit standen Lauf-Intervalle auf dem Programm. Ich habe den Tag deswegen ruhig angehen lassen und erstmal meine Speicher beim Frühstück gefüllt. Die ersten fünf Wiederholungen bin ich relativ flott gelaufen. Damit war ich hinsichtlich der Vorbelastung auch zufrieden. Als ich das sechste Intervall beendet habe, schoss es mir urplötzlich in den Rücken und ich konnte kaum mehr Laufen. Das war’s dann. Mein Körper hat mir signalisiert: Bis hier hin und nicht weiter

In der Vergangenheit hatte ich schon des Öfteren mit Verletzungen zu kämpfen. Ich habe dabei gelernt, dass es nichts bringt, einfach weiter zu trainieren. Man verliert dabei mehr, als das halbgare Training noch bringt. Deswegen habe ich die zweite Einheit des Tages gestrichen, sowie den nächsten Tag pausiert. 

Diese Worte schreiben sich jetzt einfacher, als es in Wirklichkeit gewesen ist. Als Sportler will man immer trainieren und sich verbessern. Mir fiel es schwer, die Zwangspause zu akzeptieren. Aber eine gute Freundin hat dazu gesagt: „Es ist nicht leicht fleißig zu trainieren und sich den Arsch aufzureißen. Leider gehört das dazu und am Ende macht es dich nur stärker!“ 

5. Selbstverpflegung vs. Hotel

Der größte Teil der Gruppe ist nach einer Woche wieder zurück nach Deutschland geflogen. Ich dagegen, bin noch in ein Hotel im Süden von Mallorca gewesen. Das interessanteste war für mich der Kontrast zwischen Selbstverpflegung und Hotel-Essen. Hier kann ich ein klares Resümee ziehen: Wer sich gut und leistungsfähig fühlen will, sollte unbedingt auf Selbstverpflegung setzen.Auch wenn ich nach meiner Verletzung am Samstag nicht mehr wirklich trainieren konnte, habe ich gespürt, wie der Körper unter der Ernährungsumstellung litt. 

Zum Abschluss möchte ich mich bei der Gang der ersten Woche bedanken. Es war eine sehr schöne Zeit! Und Mallorca wird mich definitiv wiedersehen. Eine traumhafte Insel, die für Radfahrer einiges bereithält.