Donaurun

Interview: Christian Hagemann

Interview: Christian Hagemann

Sebi: Christian, dein erster Swim-Run ist seit dem Wochenende Geschichte. Für die unerfahrenen Leser: Was ist das?

Christian: SwimRun ist ein Wettkampf der ursprünglich aus Schweden kommt. Swim-Run heißt Freiwasser-Schwimmen und Querfeldein-Laufen im mehrfachen fliegenden Wechsel. Das Ganze ist bei uns noch wenig bekannt, aber von Jahr zu Jahr gibt es mehr Wettkämpfe.

Sebi: Wie war der erste allgemeine Eindruck?

Christian: Mit ca. 200Teilnehmer kann das Event in Sachen Größe und Professionalität nicht mit Veranstaltungen wie zum Beispiel dem Triathlon Ingolstadt mithalten. Beim Einlaufen haben uns andere Läufer und Spaziergänger aufgrund unseres Outfits mit großen Augen angeschaut – den allermeisten war sicherlich nicht bekannt, dass an diesem Tag ein Swim-Run stattfindet. Zudem teilt man sich die Laufstrecke um den Baggersee mit allen anderen, die gerade mit dem Rad oder auch Kinderwagen unterwegs sind. Dennoch hat alles super geklappt und es gab keinerlei Probleme.

Sebi: Warum hast du dich ursprünglich entschlossen, dich dieser Herausforderung zu stellen?

Christian: Da wir regelmäßig an Wettkämpfen (Sport IN Laufcup, Halbmarathon und Triathlon) teilnehmen, war es an der Zeit, mal wieder was Neues auszuprobieren!

Sebi: Wie lief das Rennen für euch?

Christian: Mit dem Rennverlauf sind wir absolut zufrieden. Da es unser erster Swim-Run war, wussten wir auch nicht genau was uns wirklich erwartet!

Wir sind 2 Tage vor dem Rennen das erste Mal mit Schuhen im Baggersee geschwommen und haben diverse YouTube Videos angeschaut, mit welcher Ausrüstung  gestartet wird und wie man Schwimmbrille, Pullbuoy und Paddles beim Laufen mitnimmt…

Bei den Laufschuhen haben wir uns im Vorfeld für die günstigste Variante entschieden: ein Paar alte Laufschuhe an der Sohle  kurz angebohrt und gut ist es…

Jetzt zum Rennen selbst:

Vor dem Rennen haben wir uns entschieden ohne Neopren an den Start zu gehen, da wir zuvor noch nie 12km mit Neo gelaufen sind.

Zudem ahnten wir bereits vorab, dass das Schwimmen unsere schwächere Disziplin sein wird. Und so kam es dann auch – im Wasser waren viele Teams – fast alle sind mit Neo gestartet – deutlich schneller und wir mussten einige vorbeiziehen lassen.

Auf der Laufstrecke lief es aber sehr gut für uns. Da der Stefan (mein Teamkollege) und ich in etwa das gleiche Tempo laufen, konnten wir hier richtig Gas geben und einige Teams überholen.

Diesen Vorsprung haben wir aber leider auf den insgesamt 6 Schwimmabschnitten immer wieder eingebüßt. Dennoch sind wir nach 12,4km Laufen und 1,7km Schwimmen als 7. durchs Ziel!

Sebi: Was war besonders schön/gut? Was war ausbaufähig?

Christian: Aufgrund des Massenstarts haben wir uns beim ersten Schwimmen gleich aus den Augen verloren und so ist jeder für sich alleine durchs Wasser – das war so nicht geplant. Auch auf den weiteren Schwimmabschnitten lief es nicht ideal – Neben Atmung, Schwimmtechnik, Orientierung im Wasser auch noch auf den Teamkollegen zu achten ist echt nicht leicht. Hier wäre es vielleicht besser gewesen, wenn wir uns mit einem Zugseil verbunden hätten.

Gut lief es mit den angebohrten Laufschuhen! Schwere Beine oder Wasser in den Schuhen war nicht wirklich ein Problem, auch die Paddles und der Pullbuoy haben uns beim Laufen nicht beeinträchtigt.

Die ganze Veranstaltung spielt sich im und um den Baggersee herum ab und daher ist es auch für die Zuschauer recht interessant. Der Baggersee ist ja sowas wie meine Hausstrecke und daher sind Wettkämpfe hier immer besonders schön, da man viele bekannte Gesichter trifft, die einen anfeuern.              

Sebi: Was sind Besonderheiten beim Swim&Run?

Christian: Die Besonderheit liegt sicherlich darin, dass es – im Gegensatz zum Triathlon – keine Wechselzonen gibt.

Man schwimmt mit Laufschuhen und läuft mit Neoprenanzug, Schwimmbrille, Pullbuoy, Paddles.

Durch die häufigen Wechsel muss man auch immer wieder seinen Rhythmus finden.

Es gab zwar auch Einzelstarter, aber in aller Regel startet man in 2er Teams und bestreitet den kompletten Wettkampf zusammen. In die Wertung geht auch nur die Zeit des langsameren Teammitglieds ein.  

Sebi: Wie fällt dein Fazit aus?

Christian: Das Fazit ist durchweg positiv!

Wir hatten viel Spaß im Wettkampf und haben alles gegeben. 

Sebi: Was sind deine Ziele für die nächsten Wochen/Monate und für das neue Sportjahr 2020?

Christian: Für dieses Jahr steht im Oktober nur noch der Altmühl-Trail über 26km auf dem Programm – auch das wird wieder ne Premiere- ich bin gespannt 😉

Im Anschluss werde ich dann verstärkt das Schwimmen trainieren, da ich im kommenden Jahr mein Augenmerk eher auf den Triathlon legen möchte.

Und im Halbmarathon würde ich meine diesjährige Zeit von 1, 29h gerne verbessern!

Somit bleibt das Laufen und auch der DonauRun weiterhin fester Bestandteil in meinem Trainingsplan.