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Sebi Mahr im Trainingslager 01

Sebi Mahr kommt im Trainingslager mit der Paparolandcrew an seine Grenzen – ein Bericht

Aus den Erfahrungen der letzten beiden Jahre wusste ich bereits, was mich erwarten würde: Schmerzen, hartes Kurzdistanz-Training, ein hochmotiviertes Team und eine Truppe, in der „Ballern“ neu definiert wird. Und Grenzen, die ich dort regelmäßig aufgezeigt bekomme habe.
Denn es war wieder soweit: Trainingslager in Piombino und dolce vita in der Toskana mit der „Paparolandcrew“. Dahinter verbergen sich die Triathleten des Bayernkaders vom neuen Bundesstützpunkt in Nürnberg mit den Trainern Roland Knoll, Stephen Bibow und Ute Schäfer.

Ein paar Daten:
– 11 Tage mit 50 Stunden und 20 Minuten Training
– 132 Laufkilometer
– 701 Kilometer im Sattel
– 36 Kilometer Schwimmen
– Und 3 Stunden Athletik sowie viele Minuten Dehnen

Ich dachte eigentlich immer, dass ich recht passabel schwimmen kann. Das was die Jungs und Mädels da leisten ist nicht nur von schlechten Eltern, sondern einfach nur krass. So finde ich mich meistens in den hinteren Wellen wieder. Wenn ich bei 10×200 Meter auf der 50-Meter-Bahn so um die 2:25 Minuten schwimme (was für mich wirklich gut ist) und immer noch derb kassiere, dann kann man sich vorstellen, wie es hier zugeht. Auch beim Laufen wieder diese Grenzen – gerade bei 200-Meter-Intervallen mit 30 Sekunden Pause kommt mein System doch an seine Grenzen. Ich renne das als Letzter der Jungs. 
Mein persönlicher Endgegner waren zwei Koppeltrainings. 

Da ich nicht als Wechselkönig bekannt bin, war die erste Herausforderung, überhaupt schnell aufs Rad zu kommen.

2,3 Kilometer Vollgas auf dem Rad, kurz erholen und pedalieren. Dann wieder 2,3 Kilometer „schießen“ und sofort zum Laufen. Erst 2×1,5 Kilometer und dann 2×1 Kilometer– also 4 Intervalle ohne Pausen. Klar! Ein Programm wie für mich gemacht – nicht. 
Die zweite Einheit war ähnlich aufgebaut, nur noch kürzer, schneller und mit Hindernis-Parcours nach dem Auf- und vor dem Absteigen des Rades. Ganz ehrlich: Da bin ich in ein, zwei Momenten wirklich leicht „ins Licht gegangen“.

Der Puls hämmert mir durch den Schädel. Nach dem Wendepunkt versuche ich an die Gruppe ranzukommen – verdammt, nicht geschafft. Weg sind sie.

Beim letzten Wechsel habe ich es dann fast noch in die Gruppe geschafft – für mich tatsächlich ein kleiner Erfolg zum Abschluss.
Wenn ich am Ruhetag im Bett liege und versuche, so gut es geht zu erholen, zocken einige Beachvolleyball. Klar, kann man machen – nicht. 
Es gibt noch viel zu verbessern, aber ich gehe mit einem sehr positiven Gefühl aus den Einheiten: Vor zwei Jahren habe ich noch resigniert. Dieses Jahr habe ich mich der Herausforderung gestellt. Ich habe mental und körperlich alles auf die Strecke gebracht. 
Das Trainingslager war nicht das klassische Langdistanz-Programm. Aber das macht nichts. Ab und zu mal was anders zu machen kann nicht schaden. Dem Körper neue Aufgaben geben und neue Reize setzen auch nicht. Mein Langdistanz-Motor wurde einmal ordentlich durchgepustet und ich bin platt aus der Toskana nach Hause gefahren.
Ich finde es faszinierend, wie sich das Leistungsniveau im Bayernkader Triathlon entwickelt – von der Einen oder dem Anderen wird man in Zukunft noch einiges hören und sehen. Mark my words! 

Danke Jungs und Mädels für das gemeinsame Trainingslager. Wer mehr vom BTV-Kader sehen möchte, dem empfehle ich einen Blick auf den Instagram-Kanal (@paparolandcrew).