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Valentin: Grüße aus der Off Season

Valentin: Grüße aus der Off Season

1. September 2019

Der Tag, …

… auf den ich ein ganzes Jahr lang gewartet habe.

… der mich in dunklen Stunden und harten Einheiten angetrieben und motiviert hat.

… für den ich ein ganzes Jahr lang trainiert habe.

Nun war es also soweit.

1. September 2019. Ironman 70.3 in Zell am See. Es ist ca. 18 Uhr und ich stehe mit vollgepackten Armen und meinem Fahrrad beim Bike Check Out. Es macht einen ungeheuren Knall und der Himmel öffnet seine Schleusen. Es regnet in Strömen und ich stehe da, wie ein begossener Pudel in Mitten hunderter Athleten. Das positive in diesem Moment? Gemeinsam mit dem Gewitter, das über die unglaublich schöne Region rund um Zell am See hineinbricht, entlädt sich auch meine persönliche Spannung. Gerade nach dem verpassten Aufstieg in die 2. Bundesliga hat sich eine Menge Frust angestaut. Aber der Reihe nach.

Als ich im Winter 2018 meine Saison geplant habe, sollte Zell am See mein Saisonhighlight werden. Nachdem die Saison mit unserem Liga Team überraschend gut gelaufen ist, hat sich der Fokus verschoben. Auf einmal stand das Ligafinale in Beilngries im Mittelpunkt. Der Ausgang ist bekannt.

Am Samstag, einen Tag vor dem Rennen, habe ich mich mit einem komischen Gefühl auf den Weg gemacht. Was ist mein Ziel für das Rennen? Diese Frage schwirrte mir immer und immer wieder in meinem Kopf umher. Bis zum Schwimmstart konnte ich sie mir nicht so wirklich beantworten. Natürlich wollte ich „alles geben“, „immer kämpfen“ und „niemals aufgeben“. Aber wie genau sollte das Aussehen? Ich wusste es nicht.

Schwimmen, Radfahren, Laufen.

Während dem Rennen war ich dann in meinem Element. Bei hervorragenden äußerlichen Bedingungen, einer atemberaubenden Location und perfekter Organisation. Geil! Pures Glück! Ich könnte viel über das Rennen und die einzelnen Disziplinen schreiben. Mir geht es aber um etwas Anderes. Als ich nach 4 Stunden und 35 Minuten die Ziellinie überquerte musst ich kurzzeitig mit den Tränen kämpfen. Der komplette Druck einer gesamten Saison ist in Bruchteilen einer Sekunde von meinen Schultern abgefallen. Ich spürte die Liebe und Unterstützung meiner Freundin und der gesamte Support-Crew vor Ort. Ein unheimliches Gefühl. In diesem Moment ist alles zusammengekommen.

An dieser Stelle muss ich an eine Unterhaltung mit dem Triathleten Andreas Raelert denken. Er meinte, dass der Triathlon ihm unglaublich viel für das gesamte Leben gezeigt hat. Genauso ist es bei mir. Eigenschaften wie Geduld, Disziplin, Willenskraft usw. habe ich erst durch den Triathlon so wirklich aufgebaut und in mir entdeckt.

Liebe Grüße aus der Off-Season

Nachdem inzwischen knapp zwei Wochen nach Zell am See vergangen sind, ich ausführlich nichts gemacht und Pizza mit Käserand genossen habe bin ich bald wieder soweit neue sportliche Ziele anzugehen und Tag für Tag daran zu arbeiten.

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