Donaurun

fahrrad fahren in ingolstadt

Hommage an einen Freund, die Sonne und Machen.

Eine kurze Chronologie der Ereignisse. Samstag 14.11.2020 12:23. Probieren wir es mal. Ich schreibe eine kurze Whatsapp: „Spontan Lust zu radeln?“. Die Antwort: „Ja!!“. 

Knappe 50 Minuten später treffen wir uns.

Es ist ein Novembertag, wie er schöner nicht sein könnte. Die Sonne strahlt heute sogar bei uns im Donautal um die Wette, der Himmel ist fabelhaft blau, die Temperaturen sehr angenehm. Ich bin etwas zu warm angezogen und schwitze beim Treffpunkt leicht. Ich weiß, dass ich wahrscheinlich etwas zu wenig zum Trinken dabei habe. Doch das ist egal. 

Rauf auf den Bock ist unser Motto und der Sonne hinterher ist quasi die einzige Richtung, die wir beim losfahren haben. Erst mal raus Richtung Triathlonstrecke. Dann irgendwie weiter ins Moos. Auf die Frage wie lange ich fahren will antworte ich: „Eigentlich stehen 2:30 im Plan, aber heute so lange wie möglich.“ 

Und so entsteht ein Eigenleben.

Wir entscheiden an Kreuzungen spontan, wo wir hinfahren. Wir reden und tauschen uns aus. Manchmal wir auch kurz nichts gesagt. Die Sonne immer auf der Nase und manchmal ein angenehmer Rücken- oder Gegenwind. Wir gehen aus dem Sattel, lassen mal die Beine hängen. Manchmal habe ich den Blick für die Landschaft, manchmal merke ich gar nicht wo wir fahren. Spätherbst oder Frühwinter? In jedem Fall tolle Lichtquellen, die Sonne mal aus jeder Perspektive.  

Es geht von alleine.

Das Programm ist quasi egal, es ist heute keine Einheit aus dem Trainingsplan. Es ist Sport in seiner ursprünglichsten Form. Bewegung, Freiheit, Flow, Leben im Jetzt, Genießen. Frei von Zwängen irgendetwas zu erfüllen. Frei vom Gefühl, man trainiert für ein bestimmtes Ziel. Einfach raus auf den Bock, die Sonne und Freundschaft zelebrieren. 

Ich komme nach fast vier Stunden in der einsetzenden Dämmerung zurück nach Hause. Es ging alles perfekt auf, obwohl nichts geplant war. Ich fahre nicht nur sprichwörtlich in den Sonnenuntergang – brutal, überwältigend, genial. Ich bin dankbar, platt und völlig bei mir. Das war heute eine bewusste Entscheidung für einfach mal machen. Gottseidank habe ich auf meinen Impuls gehört und die Nachricht geschrieben.  

Besser hätte es einfach nicht sein können.