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Berlin Calling – Laufen in Berlin

Berlin Calling – Laufen in Berlin

Mit schnellen Schritten laufe ich von Park zu Park, überquere risikoreich ein paar Kreuzungen und schlängle mich durch Baustellen und irgendwelche Schrebergärten. So bin ich mein Training nicht gewohnt. Für einen kleinen Moment bin ich traurig und vermisse die gewohnte Umgebung. Ich vermisse den Baggersee, die ruhigen Passagen an der Donau und die blühende Natur entlang der Schutter. Schon ist der Park wieder zu Ende, ich kreuze eine Straßenbahn und stürze mich in den nächsten unbekannten Abschnitt. Ich muss mich konzentrieren.

Sebi hat es im Podcast bereits angekündigt, dass ich das lange Wochenende nutze und auf Reisen bin. Meine Mum ist vor ca. einem halben Jahr nach Berlin gezogen. Zu ihrem Geburtstag werde wir sie besuchen und ein paar Tage mit ihr verbringen. Wir werden gemeinsam ihre Hood auschecken. Das bedeutet die besten Berliner Coffee Places mit leckeren Bowls aller Art entdecken, den obligatorischen Berliner Döner essen, ein bisschen Shopping und so weiter. Eine gesunde Mischung aus dem klassischen Touri Zeug und dem Insiderwissen, dass sie seit Anfang Januar aufgebaut hat.

Weil das Laufen bei uns in der Familie liegt, werden natürlich auch die Laufstrecken von Mutti ausgecheckt. Ich muss zugeben, dass ich mit der Wegbeschreibung von Mutti nicht viel anfangen konnte. Also habe ich ihre Streckenvorgabe schnell über den Haufen geworfen. An der Stelle mein absoluter Lifehack, wenn man in einer fremden Stadt läuft. An einem Fluss orientieren und eine Wendestrecke laufen. Einfach x Kilometer oder Minuten in die eine Richtung und dann den gleichen Weg zurück. Zugegeben, wenig kreativ, aber es bietet die Sicherheit, sich nicht zu verlaufen.

Auf meinem Trainingsplan stehen zwei Mal drei flotte Kilometer. Die Einheit wird insgesamt knapp 15 Kilometer lang. Spannend an der Geschichte ist die Frage, mit wie viel Sicherheit ich die flotten Kilometer laufen kann. Gemäß Murphys Law, wird die Strecke immer dann unübersichtlich, wenn man schnell laufen soll. So auch dieses Mal.

Unterm Strich habe ich die gemeinsame Zeit mit meiner Mum sehr genossen. Dafür weniger mein Training in der Hauptstadt. Ich frage mich, wie man in Berlin strukturiert und effizient trainieren kann. Bereits in Lissabon habe ich die Erfahrung gemacht, dass der Triathlon Sport, wie ich ihn betreibe nur eingeschränkt möglich ist bzw. Freude bereitet. Lange Wege, wenig Abwechslung und dann rein funktional. In Ingolstadt haben wir das wirklich große Glück, dass wir den Sport mit unglaublich viel Abwechslung in den Strecken, Natur und der nötigen Funktionalität verbinden können.

Zurück in Ingolstadt. Mein Lauf am Sonntag unterstreicht diese Aussage. Auf dem Plan stehen zehn Mal 800 Meter. Weil ich mich an die Strecke in Oberstimm gewöhnen möchte und sie vor dem 26. Juli noch ein paar Mal laufen will, bin ich wieder in die Barthelmarkt Metropole gestartet. Das geplante Viereck überzeugt durch eine übersichtliche Streckenführung, asphaltierte Straßen und ein bisschen Natur. Alles, was mein Sportler Herz in der momentanen Trainingssituation braucht.

So sehr ich die Abwechslung, die Freiheit und die Anonymität in Berlin schätze, so sehr liebe ich die Schanzer Sport Infrastruktur.

PS: Nicht übel nehmen Mutti, aber deine Routingfähigkeiten müssen wir noch optimieren ;)! Trotzdem: Danke für die schöne Zeit bei dir!