Donaurun

Fünf Kilometer Test

5 Kilometer Test – Ein Hauch von Wettkampfstimmung

Es ist Freitagmorgen. Ich schaue auf mein Handy und sehe eine Nachricht von Sebastian. „Wie schaut’s aus? Machen wir jetzt den Test?“. Ich überlege kurz, sage natürlich zu und bin mir zu diesem Zeitpunkt nicht im Klaren darüber, dass das der erste Härtetest der Saison ist.

5 Kilometer also. 5 Kilometer voll in die Fresse.

5 statt 10 Kilometer, da wir auf Nummer sicher gehen und die muskulären Probleme von letzter Woche auch in der letzten Woche lassen wollen. Zur Vorbereitung schwinge ich mich am Samstag für knapp 1,5 Stunden aufs Rad. Beine lockern. Als kleine mentale Aufgabe habe ich mir während dem Radeln meine Pacing Strategie zurechtgelegt. Dazu später mehr.

Am Samstagabend greifen die alten Mechanismen.

Kurz erinnere ich mich daran, wie es sich „damals“ anfühlte, als die Welt noch in Ordnung war. Ich richte also mein Equipment her. Zugegeben, die Vorbereitungen für einen 5 Kilometerlauf halten sich in Grenzen. Laufschuhe, Socken, Hose, Donau Run Shirt und ein kleines Gel zur Sicherheit. Zudem bereite ich mir mein Frühstück vor. Dazu weiche ich Haferflocken mit ein bisschen Zimt und Vanille in Hafermilch ein. Dazu einen doppelten Espresso und fertig ist das Rennfrühstück.

Am Sonntag stehe ich schon leicht nervös auf. Komisches Gefühl. Der Morgen läuft ab, wie ein klassischer Rennmorgen bei mir so abläuft. Leicht abergläubisch ziehe ich meine Rennklamotten so spät wie möglich an, damit sie frisch sind, wenn es losgeht. Vor dem Rennen wird auch geduscht. Damit ich möglichst frisch bin. Ob es was bringt? Keine Ahnung. Ich denke aber, dass es gut ist, einen möglichst eingespielten Ablauf vor solchen Events zu haben. Man kommt in die richtige Stimmung und bereitet den Kopf auf die anstehende Belastung vor.

Ich treffe Sebi um 09.00 Uhr am Seehaus.

Die Strecke zum Baggersee laufe ich locker ein. Je näher ich zum Seehaus komme, desto nervöser werde ich. Ich gehe im Kopf nochmal meine Pacing Strategie durch. Währenddessen fällt mir auf, dass heute eigentlich ein ganz normaler Sonntag ist. Andere Jogger kommen mir entgegen und es wirkt so, als würden sie meine Anspannung spüren. Aber nicht für mich. Ich nehme heute die erste Hürde zu meiner Bestzeit über die Halbmarathon Distanz. Und so gehe ich den Test auch an. Als Zwischenziel. Ich beruhige mich damit, dass es nicht der Tag X ist, sondern ein Zwischenstopp, der mir zeigt, an welchem Punkt ich stehe.

Eins meiner Ziele ist für heute die bereits erwähnte Pacing Strategie.

Ich bin dafür bekannt, mir einen Plan zurechtzulegen und ihn möglichst schnell über Board zu werfen. Getreu meinem Motto: „Was man hat, das hat man“. Für heute nehme ich mir fest vor, einen negativen Split zu laufen. Start mit 03:40 min/km und dann konstant steigern. Sagen wir mal so, das hat teilweise geklappt. Da der Baggersee nicht unbedingt für ein zuverlässiges GPS Signal steht, muss ich mit den Zahlen arbeiten, die ich auf meiner Uhr habe.

Vor dem Rennen habe ich mir 18:20 Minuten als Ziel gesetzt. Diese Zeit habe ich um knapp 25 Sekunden verbessert.  Unterm Stricht stehen 17:55.9 Minuten auf meiner Uhr. Die einzelnen Kilometerzeiten: 3:35 – 3:32 – (soweit so gut) – 3:34 (da war es leicht wellig 😉 – 3:37 – 3:37.

Das zum geplanten Negativsplit. Aber, man kann in Anbetracht der GPS – Lage am Baggersee sagen, dass ich meine Pace konstant durchgelaufen bin. Was für mich absolut zufriedenstellend ist.

In diesem Sinne vertraue ich auf den Prozess und freue mich auf acht weitere Wochen Training.

Es liegt noch Arbeit vor mir und darauf freue ich mich!

Ich freue mich auch darüber, dass ich endlich mal wieder diese Rennanspannung fühlen konnte. Deswegen mache ich den ganzen Quatsch ja auch irgendwo. Als Sportler will ich Wettkampf. Heute war Wettkampf.

PS: An dieser Stelle auch vielen Dank an den Coach und an Lena für die Begleitung!